Das Engagement von Karl Drüge hat viele Impulse gesetzt: so wie die Gründung des Eine-Welt-Ladens Alavanyo in Detmold.

Zum Tode von Karl Drüge

gest. am 13. Januar 2026 im Alter von 86 Jahren - von Harald Bollermann, Pfarrer i.R.

Pfarrer Karl Drüge, der am 13. Januar 2026 im Alter von 86 Jahren gestorben ist, hat sich während seiner Dienstzeit und auch darüber hinaus mit großem persönlichem Engagement um die Pflege der ökumenischen Kontakte zu den Partnerkirchen in Ghana und Togo verdient gemacht. 

Er tat dies sowohl vor Ort in seinem jeweiligen Dienst als Pastor, als auch im Rahmen der Arbeit der Norddeutschen Mission (NM). Die NM organisiert und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen den beiden westafrikanischen und 4 kleineren norddeutschen Landeskirchen, darunter die Lippische Landeskirche. Dabei geht es sowohl um den geistlich theologischen Austausch als auch um den Bereich der entwicklungsbezogenen Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Projekten.

 

Partnerschaft auf Augenhöhe

Karl Drüge vertrat von 1993 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2001 die Lippische Landeskirche in den Gremien der Norddeutschen Mission.  Er war Mitglied der Hauptversammlung und darüber hinaus aktiv im Leitungsgremium, dem Vorstand.  Mit Überzeugung hat er daran mitgearbeitet, von einem traditionell paternalistisch geprägten Verhältnis zu den uns verbundenen afrikanischen Kirchen zu einer gegenseitigen Partnerschaft auf Augenhöhe zu gelangen.

Auch in seinem Dienst als Pfarrer fand dieses Anliegen einen Platz. 

Karl Drüge war überzeugt, dass ein vertrauensvolles Miteinander nur über persönliche Begegnungen zu erreichen sei. Gleich zu Anfang seiner Zeit als Jugendpfarrer reiste er mit einer Gruppe lippischer Jugendlicher nach Ghana. Dort kam es in dem Ort Alavanyo, zu einer intensiven Begegnung mit Jugendlichen der dortigen Berufsbildungsstätte. Man lernte sich gegenseitig kennen, arbeitete zusammen, teilte Freizeiterlebnisse. Es war für alle eine Zeit nachhaltig wirksamer Erfahrungen. Natürlich bekamen auch die Jugendlichen aus Ghana anschließend die Gelegenheit zum Gegenbesuch in Detmold.  Das gehörte zu Karl Drüges Verständnis von Partnerschaft und gegenseitigem interkulturellen Lernen auf Augenhöhe.

 

Der erste Eine-Welt-Laden in Detmold

Sehr bezeichnend ist, dass Karl Drüge erfolgreich versuchte, diese Impulse auch hier vor Ort fruchtbar werden zu lassen. Zusammen mit einigen der beteiligten Jugendlichen und weiteren Freiwilligen gelang eine Pionierleistung. In Detmold wurde der erste Eine-Welt-Laden gegründet. Er bekam den Namen „Alavanyo“.  Der erwirtschaftete Gewinn wurde zum weiteren Ausbau und zur Förderung der Berufsbildungsstätte Alavanyo verwendet.  Seit 1981 läuft nun diese Erfolgsgeschichte.

Später, in seiner Zeit in Bad Salzuflen, setzte Karl Drüge erneut einen entscheidenden Impuls, der zur Gründung des Eine-Welt-Ladens am Salzhof führte.  Wieder kam der Gewinn einem von der Norddeutschen Mission betreuten Projekt in Ghana zugute, der Klinik „Hatorgodo“.  Und wieder wurde es eine Erfolgsgeschichte aus der Mitte der Gemeinde im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Lippischen Landeskirche und der presbyterianischen Kirche in Ghana.

 

Nachruf aus Ghana

Man kann das segensreiche Wirken von Karl Drüge kaum besser würdigen als mit den Worten eines Nachrufes, den die EP Church, Ghana, über die Norddeutsche Mission veröffentlicht hat: „Die Nachricht vom Tode von Pastor Karl Drüge wurde mit tiefer Trauer aufgenommen, insbesondere von den Menschen und Gemeinden, die vom Hatorgodo Gesundheitszentrum versorgt werden und deren Leben auf unzählige Weise von seiner Großzügigkeit, seinem Mitgefühl und seinem unerschütterlichen Engagement für die Menschen geprägt wurde…Während wir um ihn trauern, feiern wir auch ein Leben, das durch Mitgefühl und Glauben, ausgedrückt durch Taten, Früchte getragen hat. Das Vermächtnis von Pfarrer Karl Drüge lebt weiter…Im Namen des E. P. Health Service, der Mitarbeiter des Gesundheitszentrums Hatorgodo und der Gemeinden, denen wir dienen, sprechen wir seiner Familie unser tiefstes Beileid und unsere Gebete aus. Mögen sie Trost in dem Wissen finden, dass sein Leben einen tiefgreifenden und bleibenden Sinn erfüllt hat, und möge seine Seele in Frieden ruhen.“

27.01.2026