Kirchenmusikerinnen und -musiker aus Lippe singen zusammen mit der Gemeinde aus dem neuen Evangelischen Gesangbuch.

Neugierig auf neue Lieder

Einblicke in das neue Evangelische Gesangbuch

Kreis Lippe/Detmold. Nach rund 30 Jahren soll 2028 ein neues Evangelisches Gesangbuch erscheinen. Eine fast 80-köpfige Gesangbuchkommission ist seit einigen Jahren am Werk.

Für die Lippische Landeskirche dabei: Kirchenmusikdirektor Volker Jänig, Kantor in Lemgo. Seit Herbst vergangenen Jahres gibt es einen schmalen Erprobungsband, der in einigen evangelischen Kirchengemeinden landauf, landab in Umlauf ist – so auch in Lippe.

In der Detmolder Martin-Luther-Kirche haben die hauptamtlichen Kirchenmusikerinnen und -musiker jetzt in einem Konzert mit gottesdienstlichen Elementen einige neue Lieder präsentiert, selbstverständlich zum Mitsingen für die etwa 100 Besucherinnen und Besucher.

Viele Sprachen kommen zu Wort in dem Lied „Wir haben seinen Stern gesehen“ (2005), reizvoll klingt es in der eingängigen Melodie: „und sind gekommen, ihn anzubeten, et venimus, nous sommes venus, kai elthomen, y hemos venido, to worship him“ – die Weihnachtsbotschaft gilt allen Völkern.

Die Verbindung von Text und Musik, bei Kirchenliedern besonders bedeutend, ließ neue Wege gehen: Texte können zum Beispiel von der Gemeinde gesprochen werden, während ein Chor singt. Oder der Liturg rezitiert einen Text, während die Gemeinde leise singt.

Eine ungewohnte Sprache spricht die Neufassung der Dichterin Carola Moosbach des Chorals „Lobet den Herren, alle, die ihn ehren“. Der vierstimmige Satz von 1653 klingt nun – losgelöst von einer männlich geprägten Sprache – ganz anders als gewohnt: „Lobet die Eine, die uns stärkt und tröstet (…) Lobet die Flamme, die auch uns entzündet, leuchtende Weisheit, sprühe deine Funken!“

Im Wechsel mit dem Publikum, solistisch, mehrstimmig oder im Kanon, mit Klavier, Orgel, Violine oder auch Saxophon, zeigten die Hauptamtlichen ihr Können. Die singgeübte Gemeinde ließ sich gerne von ihnen führen.

„Wir brauchen beides: Bewährtes und Neues“, sagte Volker Jänig. Gut biblisch bezog er sich dabei auf Psalm 98, „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Die „gewaltige Aufgabe“, aus dem reichen Schatz neuer und alter Lieder eine Auswahl zu treffen, habe die Kommission „demokratisch gelöst“. Die Printausgabe wird, wie bisher, rund 500 Lieder umfassen. Darüber hinaus gibt es aber auch eine digitale „Vollversion“ mit der dreifachen Zahl an Titeln. Kantor Jänig: „Seien Sie neugierig!“

28.01.2026